Trends in der Übersetzungs- und Lokalisierungsbranche 2018

Trends in der Übersetzungs- und Lokalisierungsbranche 2018

Rückblickend war 2017 ein wichtiges Jahr für die Übersetzungs- und Lokalisierungsbranche. Maschinelle Übersetzung und künstliche Intelligenz wurden zunächst nur in speziellen Fällen verwendet. Danach kam es zu einem Hype und heute treiben sie einen beispiellosen Fortschritt voran. Unternehmen erkennen, dass ihre Teams zusammenarbeiten müssen, um eine durchgängige Kundenerfahrung bieten zu können. Digitalisierung, Datenmanagement und vernetzte Systeme sorgen alle für eine verbesserte Kundenerfahrung.

Welche Auswirkungen hat dies für Sprachdienstleister im Jahr 2018?

Hier die wichtigsten Trends, die sich in der Übersetzungs- und Lokalisierungsbranche abzeichnen.

Neurale maschinelle Übersetzung – Ein weiterer entscheidender Schritt.

Die maschinelle Übersetzung steht bereits seit vier Jahren auf unserer Trendliste – dies ist daher keine Überraschung. Trends halten länger an, wenn der Bedarf anhält und sie sich (entsprechend dem Modell des Technologie-Lebenszyklus) von „Innovatoren“ hin zur „späten Mehrheit“ entwickeln. Durch den starken Anstieg von Inhalten wächst natürlich das Interesse an maschineller Übersetzung und es wird mehr in diese Technologie investiert. Insbesondere die neurale maschinelle Übersetzung (eine Weiterentwicklung im Bereich der maschinellen Übersetzung) ist hier ein entscheidender und unumgänglicher Schritt. Allerdings gibt es bei den Lösungen im Bereich maschinelle Übersetzung kein Schema F. Es ist entscheidend, zu erkennen, für welchen Kontext sich die verschiedenen MÜ-Lösungen und -Varianten eignen und wo sie zum Einsatz kommen können. Es ist ein bisschen wie in einer Waschanlage, wo man das optimale Programm für sein Fahrzeug auswählt. Sprachkombinationen, Textmengen und Erwartungen hinsichtlich der Übersetzungsqualität sollten berücksichtigt werden. Kunden lernen, welche Lösung für ihre Anforderungen am besten geeignet ist. Die Sprachdienstleister arbeiten entsprechende Lösungen und Preisrahmen aus und die Übersetzer entwickeln neue Fähigkeiten. Der Hype und die Entwicklungen rund um MÜ werden wohl weitergehen, doch auch Maschinen können nicht alles. Die Mitwirkung des Menschen ist unverzichtbar, wenn es darum geht, eine entsprechende Qualität zu gewährleisten und zu entscheiden, welche Lösungen die Anforderungen am besten erfüllt. Wir gehen davon aus, dass es 2018 noch mehr Teams geben wird, die MÜ-Strategien entwickeln und umsetzen.  

Immer mehr Touchpoints.

2018 konzentrieren sich die Marketingfachleute auf eine Ausweitung der Touchpoints, um noch mehr Kunden zu erreichen. Durch die Nutzung verschiedener Kanäle können sie nahtlos zwischen E-Mail- und Social Media-Botschaften, VR-Demovideos und mobiler Werbung wechseln, um Kunden zu erreichen. Integrierte Datenmanagement-Plattformen sind für die Unternehmen die einzige Möglichkeit, die Datenflut sinnvoll zu nutzen, die Verbraucher zu verstehen und dieses Wissen in zielgerichtete Marketingkampagnen umzumünzen. Diese Kampagnen und Kanäle müssen nicht nur für eine nahtlose Kundenerfahrung sorgen – sie müssen auch das Markenprofil umfassend widerspiegeln und schärfen, damit die Botschaft vermittelt und das Image der Marke transportiert wird. Das allein ist schon eine komplexe Aufgabe, wenn es nur um eine einzige Sprache geht. Die Unternehmen sind der Ansicht, dass die Gewährleistung eines einheitlichen Markenprofils auf den globalen Märkten für die Bindung und die Akquise von Kunden unverzichtbar ist. Wir sehen, dass dieser Ansatz inzwischen auch von traditionelleren Branchen verfolgt wird, die zuvor der Auffassung waren, dass Content-Entwicklung und -Management für ihre Zielgruppe nicht relevant sind. Dieser Trend scheint sich über das Jahr 2018 bis ins Jahr 2019 hinein fortzusetzen. Ist Ihr Unternehmen für ein mehrsprachiges, vernetztes Angebot an Inhalten, die Ihr Markenprofil widerspiegelt, gerüstet?

Digitalisierung: Content-Entwicklung oder Content-Revolution?

Marketingpräsenz wird heute überall erwartet. Wir stellen fest, dass sich sogar eher „konservative“ Branchen wie die verarbeitende Industrie dem Grundsatz „Inhalte sind das wichtigste“ verschreiben. Dies bedeutet bessere Websites (mit geeigneter ISEO-Strategie), relevantere Inhalte, häufiger wechselnde Inhalte und eine bessere Vernetzung der Systeme. Die Vernetzung von Content-Management-Systemen, Produktinformationsmanagement-Systemen und Marketing-Automatisierungsplattformen steht bei CTOs und CMOs ganz oben auf der Tagesordnung. Für Sprachdienstleister geht es um die Vereinfachung der Übersetzungstechnologiearchitektur und um die Flexibilität zur Schaffung von geeigneten Workflows, optimal auf Kunden zugeschnitten. Die ganze „Content-Geschichte“ ist wie ein Trichter und Veröffentlicher von Inhalten möchten einfach einen Dienst und eine Plattform zur Handhabung der einzelnen Content-Arten und zur korrekten und schnellen Erstellung von Inhalten.

Kontinuierliche Lokalisierung – immer noch ein Thema.

In unseren vorherigen Artikeln war von der kontinuierlichen Bereitstellung globaler Inhalte die Rede. Dieses Konzept hat sich weiterentwickelt und die „kontinuierliche Lokalisierung“ ist inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im Jahr 2018 über Branchen und Content-Arten hinweg fortsetzen und verstärken wird, wobei das Ziel stets eine noch schnellere und bessere Kundenerfahrung ist. 

Zurück zum Wesentlichen.

Coole Features (erinnern Sie sich noch an die damals ersten Kameras in Nokia-Handys?) werden mit der Zeit häufig zu Features größerer Plattformen. Ebenso wird es sich mit der Übersetzungstechnologie verhalten. Ein gutes Beispiel sind CMS-Plug-ins oder -Konnektoren. Wenn Sie Ihre Website lokalisieren möchten, ist es um ein Vielfaches einfacher und zeit- sowie kosteneffizienter, wenn ein Konnektor an Ihr CMS angeschlossen ist: auf diese Weise können Sie Inhalte zur Übersetzung und Lokalisierung direkt aus dem CMS übermitteln und vermeiden so die mühevolle Extraktion von Inhalten sowie das Ausschneiden und Einfügen. Der Trend geht in Richtung von Konnektoren in der richtigen Größe, die kein Vermögen kosten. Denken Sie daran, dass CTOs und CMOs bereits in die Vernetzung ihres gesamten Contents mit den Kunden investieren. Leicht, einfach und anpassbar sind hier also die Schlüsselwörter. Sie können davon ausgehen, dass es dieses Jahr noch mehr Ansätze für die Integration und wohl auch eine größere Prozessreife geben wird, da sich Initiativen wie TAPICC immer weiter entwickeln.

Mit Prozessen, die für eine verbesserte Technologie, aber auch für schnellere Markteinführungszeiten und geringere Kosten sorgen, wird ein wichtiger Bereich häufig übersehen: Menschen und Können. Durch die Technologie haben sich Prozessabläufe verbessert und sind manuelle Aufgaben weniger geworden. Das Tagesgeschäft der Projektmanager besteht darin, Lösungen zu finden, die den Kundenanforderungen gerecht werden und Übersetzungsprozesse zu vereinfachen. Sie sorgen für die optimale Bereitstellung von Übersetzungs- und Lokalisierungsdiensten. Kundenservice ist inzwischen wieder ein echtes Unterscheidungsmerkmal in der Branche und darf niemals außer Acht gelassen werden.